Herdebuch Allgäu Marktanmeldung

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Erster Märzmarkt in Kempten: Züchter und Verband setzen Zeichen!

Zur Zuchtviehversteigerung des Rinderzuchtverbandes ProRind in Kempten am Donnerstag, den 10. März 2022 konnten 13 Stiere, acht Zuchtkälber, sechs Mehrkalbskühe und 154 Jungkühe verkauft werden. Ein Teil des Tageshöchstpreises wird vom Züchter für die Kriegsopfer in der Ukraine gespendet, ProRind verdoppelt diesen Betrag.

Frühlingsgefühle am Stiermarkt – junge Kälber zu besten Preisen verkauft

Am Stiermarkt wurden 14 Kandidaten aufgetrieben, die alle vor der Körkommission bestanden und erfreulicherweise auch in der Breite qualitativ überzeugen konnten. Das nahende Frühjahr sorgte für eine deutlich gestiegene Nachfrage, sodass auch das größere Angebot zu Preisen auf hohem Niveau fast vollständig geräumt werden konnte. Lediglich ein Stier verblieb im Überstand. Die gute Nachfrage begründet sich zum einen aus einigen regionalen und überregionalen Aufträgen des Verbandspersonals, zum anderen nutzten einige Landwirte persönlich die Möglichkeit einen Stier für die kommende Weidesaison zu ersteigern. Ein Trio formierte sich an der Spitze des Angebotes: Zum Tageshöchstpreis von überragenden 2.120 € verkaufte Aufzüchter Max Klemp den ersten Bloomlord- Sohn aus einer hochleistenden, besonders Eiweißstarken Puck- Mutter mit überzeugendem genomischen Profil aus der Zucht von Alois Hartmann aus Bad Grönenbach. Er wechselt an einen Stammkunden in Rheinland- Pfalz. An preislich zweiter Stelle folgte für genau 2.000 € ein Vaselino- Sohn aus einer Dane- Mutter mit über 12.000 kg Durchschnittsleistung bei gleichzeitig 4 % Eiweiß von der Zuchtstätte Bainger aus Westerheim. Er verbleibt im südlichen Zuchtgebiet. Komplettiert wird das Trio vom ältesten angebotenen Stier: Reichlich Weide- und Deckerfahrung und sichere Trächtigkeiten waren hier neben einer exterieur- und inhaltsstoffstarken Kuhfamilie die Erfolgsgaranten. So konnte der Zuchtbetrieb Briegel aus Scheidegg einen bestens entwickelten Dixiboy- Sohn für 1.840 € an einen Betrieb im nördlichen Oberallgäu verkaufen. Am Kälbermarkt war das Angebot dieses Mal sehr überschaubar, die Qualität der acht sehr jungen aufgetriebenen Kälber konnte jedoch überzeugen, was in einem sehr guten Durchschnittspreis von 395 € deutlich wird. Die Zuchtstätten Metzeler, Tannheimer und Schwarz konnten die teuersten Kälber des Tages verkaufen.

Selektives Bieterverhalten – fehlerfreie Tiere kosten ausnahmslos 2.000 € und mehr

Mehrere einheimische Kunden und gute überregionale Nachfrage aus Norddeutschland, Belgien und Italien prägten den flotten Marktverlauf bei den Jungkühen, der in einem sehr zufriedenstellenden Durchschnittspreis von 1.881 € mündete. Im oberen Qualitätssegment hätten deutlich mehr Tiere aufgetrieben werden können. Einige Tiere mit schwächerem Exterieur, geringer Leistung oder sonstigen Mängeln konnten nur zu Mindestgeboten gehandelt werden. Für leistungsbereite Jungkühe sind Kunden in der derzeitigen Situation jedoch auch weiterhin bereit, deutlich überdurchschnittliche Preise zu zahlen. Die aktuellen Entwicklungen am Milch- und Schlachtviehmarkt sowie die geringen Jungviehbestände lassen auch für die kommenden Monate positive Prognosen zu. Eine starke Beschickung der Auktionen ist daher weiterhin wünschenswert und für die Attraktivität des Marktstandortes unerlässlich. 

Breite Marktspitze

An der Spitze des Tages rangierte eine kapitale Glarus- Tochter von Florian Hierl aus Immenstadt. Neben ihrem hervorragenden Exterieur und weit über 33 kg Milch bestach sie besonders auch mit hohen Eiweißwerten von fast 4 % bei Mutter und Großmutter – ein Versprechen für die Zukunft! Nach langem Bieterduell sicherte sich ein langjähriger Stammkunde aus Niedersachsen, der selbst angereist war, den Zuschlag beim Tageshöchstpreis von 2.950 €. Dass starke Jungkühe auch ganz am Ende der Auktion noch äußerst gut bezahlt werden, bewies Christian Kutzer aus Altusried mit der viertletzten Jungkuh des Tages: Genetisch hornlos und mit 36 kg Milch ausgestattet überzeugte die Vetron- Tochter mit hervorragendem Milchcharakter und bestem Euter. Sie wechselt in den Großraum München. An preislich dritter Stelle folgte für weit über 2.600 € eine robotergewohnte Harrison- Tochter von Thomas Steuer aus Kaufbeuren. Besonderes Glanzstück dieser jungen Kuh war mit Sicherheit das lang und flach in die Bauchdecke übergehende, drüsige Euter. Sie verbleibt im Zuchtgebiet.  Zahlreiche weitere Jungkühe konnten für ihre Verkäufer Preise jenseits von 2.400 € erzielen. In Katalogreihenfolge waren dies die folgenden Tiere: Gut zweijährig gekalbt, leistet eine Defender- Tochter von Josef Zwießler aus Opfenbach bereits 35 kg Milch, sie wechselt ebenfalls nach Niedersachsen. Für einen Steigpreis von 2.500 € konnte eine extrem euterstarke Dynamite- Tochter von Thomas Burger aus Alstädten für einen Kunden aus dem Osnabrücker Zuchtgebiet ersteigert werden. Das auch Holsteintiere in Kempten Spitzenpreise erzielen, bewies die Karrer GbR aus Memmingen mit einer rahmigen und leistungsstarken rotbunten Nuntius- Tochter, die im Zuchtgebiet verbleibt. In den Eifelkreis Bitburg- Prüm in Rheinland- Pfalz wechselt eine jugendliche Puck- Tochter von Rupert Kaps, Blaichach, die sich speziell durch ihr drüsiges Euter mit bester Zitzenverteilung auszeichnete. An diesem Tag doppelt im Spitzenfeld vertreten war Florian Hierl. Seine stabile und hoch leistende Hotnews- Tochter wechselt ebenfalls nach Rheinland- Pfalz. Neben fehlerfreiem Exterieur auf höchstem Niveau konnte eine Vollmilch- Tochter von Ulrich Rothmayr aus Alstädten mit einem hohen genomischen Gesamtzuchtwert von gGZW 129 bei einem Käufer aus dem heimischen Zuchtgebiet punkten. Nach Italien wechselt eine besonders euterstarke, elegante Heimo- Tochter von Bernhard Baldauf aus Immenstadt. Den Abschluss der hervorragenden Spitzengruppe macht eine Vermunt- Tochter von Siegfried Epple aus Unterthingau, die knapp 35 kg Milch zukünftig in NRW produzieren wird.

Nächste Auktionen

Der nächste Markt findet am 23. März in Buchloe statt. Die Allgäuhalle in Kempten ist dann wieder am 31. März Standort der nächsten Auktion. Diese wird dann wiederum mit einem Fressermarkt ergänzt. Anmeldungen und Kaufaufträge nehmen wir gerne entgegen. Informationen dazu finden Sie unter www.prorind.de oder telefonisch unter 0831-522 44 0.  Jeder Zeit sind Beratung und Vermittlung ab Stall durch die Außendienstmitarbeiter möglich: Werner Schmid 015116772039, Alexander Kuppel 01632437196, Hans Steurer 01719912558, Josef Keller 01638310086, Hubert Rupp 0163 8310087, Maximilian Messner 015780530951.

Alexander Kuppel

 

Spontane Spende für die Ukraine bei der Zuchtviehauktion von ProRind in der Allgäuhalle in Kempten

Zu einer spontanen Spendenaktion für die hilfsbedürftigen Flüchtlinge aus der Ukraine kam es bei der letzten Zuchtviehversteigerung des Zuchtverbandes ProRind (früher Allgäuer Herdebuchgesellschaft) am vergangenen Donnerstag, 10. März in der Allgäuhalle in Kempten. Der Züchter und Verkäufer der erstrangierten Spitzenjungkuh, Florian Hierl aus Immenstadt- Bühl erklärte sich vor der Auktion spontan bereit, den Anteil des Steigerungspreises für sein Tier, der über 2400 Euro hinausgeht, den notleidenden Ukraine-Flüchtlingen zu spenden. So kam ein Spendenbetrag von 550 Euro zusammen. Der Zuchtverband ProRind als Veranstalter unterstützte diese spontane Aktion und legte auf den Spendenbetrag nochmals 500 Euro drauf, so dass sich der Spendenbetrag auf insgesamt 1050 Euro summierte. Die Marktbesucher würdigten diese humanitäre Geste mit anerkennendem Beifall. (Vielleicht findet dieses Beispiel weitere Nachahmer).

Dr. Birkenmaier