Herdebuch Allgäu Marktanmeldung

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Berauschende Jahresabschlussauktion in Kempten wird von imposanter Jungrindersonderkollektion gekrönt

Zur Zuchtviehversteigerung der Allgäuer Herdebuchgesellschaft am Donnerstag, den 16. Dezember 2021 in Kempten konnten zwei Stiere, 25 Zuchtkälber, fünf Mehrkalbskühe, 161 Jungkühe und zehn Elite- Jungrinder verkauft werden.

Hervorragendes Zuchtkälberangebot - kleiner Stiermarkt

Zur letzten Weihnachtsauktion der AHG in der Kemptener Allgäuhalle konnten erfreulicherweise 25 beste Zuchtkälber zu sehr erfreulichen durchschnittlichen 399 € verkauft werden. Bereits im Vorfeld fielen die vielen hohen Vorfahrensleistungen auf und auch die körperliche Entwicklung der Kälber konnte an diesem Tag auf ganzer Linie überzeugen. Zwei Betriebe konnten jeweils zwei Kälber für über 500 € verkaufen. In der Reihenfolge des Auftriebes war dies zunächst Max Diebolder aus Markt Rettenbach mit einer Sevilla- und einer Hirsch- Tochter, die ins Oberallgäu und den Kreis Lindau wechselten. Anschließend stellte Martin Schlecker aus Osterberg zwei weitere Spitzenkälber von Sevilla zum Verkauf vor, die mit 520 € und den Tageshöchstpreis von 640 € gemeinsam in einen Aufzuchtbetrieb im südlichen Oberallgäu wechseln. Hier konnten besonders die enormen durchschnittlichen Mutterleistungen jenseits von 11.500 kg mit über 3,75 % Eiweiß und einer Einstufung von 89 Punkten begeistern. Ein qualitativ vergleichbarer Auftrieb wäre auch für die kommenden Märkte im neuen Jahr wünschenswert.

Am Stiermarkt wurden lediglich sieben Kandidaten aufgetrieben von denen zwei zu mittleren 1.560 € verkauft werden konnten. Den Höchstpreis des Tages von 1.840 € erzielte Aufzüchter Max Klemp aus Bad Grönenbach mit einem bestens entwickelten Arien- Sohn, der aus der Bullenmutter Temtation Granola der Walcher GbR aus Memmingen stammt. Neben langjährigen durchschnittlichen Leistungen von rund 10.000 kg Milch bei enorm hohen Inhaltsstoffen beeindruckte die Tatsache, dass es sich bei diesem Stier um den Halbbruder des stark eingesetzten Besamungsbullen AG Vollmacht handelt. Er wird seinen Deckeinsatz in Hessen absolvieren.

Imposantes Weihnachtsspecial mit Elite- Jungrindern

Für die AHG war dieser Dezembermarkt aus zweierlei Hinsicht eine besondere Auktion, wie der Vorsitzender Norbert Meggle in seiner Ansprache betonte. Zum einen war es die letzte traditionelle Weihnachtsauktion am Standort Kempten, da der Umzug ins neue Vermarktungszentrum in Unterthingau Mitte 2022 ansteht. Zum Anderem war diese 2.232. Zuchtviehversteigerung die letzte der Allgäuer Herdebuchgesellschaft, da die Versteigerungen ab Januar von der Nachfolgeorganisation Prorind durchgeführt werden. Um diese Anlässe entsprechend zu würdigen, organisierte das Vermarktungsteam der AHG im Vorfeld ein Weihnachtsspecial mit zehn erlesenen Jungrindern aus den besten Familien der deutschen Brown- Swiss- Zucht aus den Bereichen Exterieur, Leistung und Genomics.

Da eine solche Kollektion zum ersten Mal im Rahmen einer monatlichen Zuchtviehauktion angeboten wurde, war die Aufregung und Anspannung vor der Auktion groß, da niemand Prognosen zum Marktverlauf treffen konnte. Die Jungrinder wurden bereits zwei Tage vor der Auktion angeliefert und vom Schauteam Guggemos aus Rückholz schaufertig vorbereitet. Am Vortag wurden von jedem Rind Videos gedreht und über die sozialen Medien verbreitet. Am Morgen vor der Auktion konnten sie am Stand Kunden und Besucher begeistern und Werbung für die Rasse Brown Swiss machen. Gegen 11 Uhr begann die Versteigerung dann direkt mit einem Paukenschlag, als Denz‘ Biver Elaika unter dramatischer Musik förmlich in den Auktionsring schwebte. Zahlreiche Interessenten boten auf dieses hervorragende Jungrind aus Alino Elena EX 90, die bereits etliche Schauerfolge verbuchen konnte und der Hammer des Auktionators Josef Hefele senkte sich unter tosendem Applaus erst beim Spitzenpreis von 4.500 € zu Gunsten eines Züchters aus dem Oberallgäu. Direkt im Anschluss konnte ein genomisch hoch typisiertes Rind von Hubert Epp aus Bad Grönenbach ebenfalls sehr erfolgreich verkauft werden. Mit David Pp als Vater und dadurch mit dem Gen der Hornlosigkeit ausgestattet, überzeugte Elegance Pp ET durch einen eleganten Bewegungsablauf und beste Entwicklung. Für 3.100 € verbleibt auch sie im Landkreis Oberallgäu. Für einen weiteren Spitzenpreis von 3.000 € konnte eine bestens entwickelte, edle und feine Aquin- Tochter von Georg Schedel aus Egg ins Weilheimer Zuchtgebiet verkauft werden, bevor die Stockingen Dairy GbR aus Halblech den absoluten Tageshöchspreis erzielen konnte. Für 4.600 € wechselte die Dynamite- Tochter Lena innerhalb des Ostallgäus an einen bekannten Zuchtbetrieb. Sie stammt aus der hochdekorierten L- Familie von Stockingen Dairy, die mit Mutter Blooming Lee EX 92 oder der bekannten Großmutter Eagle Leonie EX 93 etliche Schaugrößen der vergangenen Jahre im Stammbaum vorweisen kann. Alle zehn angebotenen Rinder konnten zu einem sensationellen Durchschnittspreis von 2.915 € vermarktet werden, der alle Erwartungen übertraf, Werbung für die Rasse und die Vermarktung hochwertiger Zuchttiere machte und die Veranstaltung zu einem echten Erfolg machte.

Jungkuhpreise schnellen in die Höhe

Durch die Vorzeichen der Märkte in Norddeutschland und etliche Kaufaufträge des Verbandspersonals war bereits im Vorfeld klar, dass der Durchschnittspreis für Jungkühe bei passender Qualität erneut ansteigen wird. Beim Auftrieb am Morgen zeigte sich dann ein erfreuliches Bild, sodass dem Auktionator die Gebote bei der anschließenden Versteigerung förmlich entgegenflogen. Insgesamt 63 Jungkühe und damit fast 40 % des gesamten Marktes konnten für über 2.000 € verkauft werden, der Durchschnittpreispreis stieg um 91 € auf beeindruckende 1.852 € an. Zu erwähnen bleibt, dass Tiere mit Mängeln nur zu deutlichen Preisabschlägen gehandelt werden.

Duo an der Spitze für über 3.000 €

Den fulminanten Spitzenpreis von 3.150 € erzielten an diesem Tag gleich zwei Jungkühe, die kaum Wünsche an die moderne, robotergeeignete Brown- Swiss- Kuh offenließen. In Katalogreihenfolge präsentierte Thomas Burger aus Alstädten eine großrahmige, frisch abgekalbte Verdi- Tochter, die mit über 30 kg Milch, guter Melkbarkeit und hervorragendem Exterieur überzeugen konnte. Sie wird zukünftig in Rheinland- Pfalz gemolken. Eine kapitale, sehr großrahmige, aber trotzdem harmonische Jungkuh stellte Alois Zeller aus Rubi im Rind vor. Mit 38 kg Tagesleistung und einem hervorragenden Euter beeindruckte diese Seaman- Tochter alle Anwesenden und es entwickelte sich ein langwieriger Schlagabtausch, bei dem ein langjähriger Stammkunde aus Südtirol im Kaufauftrag den längsten Atem behielt. Des Weiteren konnte Stefan Achberger aus Scheidegg eine mittelrahmige, genetisch hornlose David- Tochter für 2.700 € verkaufen. Neben fehlerfreiem Exterieur überzeugte sie mit einem genomischen Gesamtzuchtwert von 135 gGZW und wird zukünftig bei einem der erfolgreichsten deutschen Holsteinzüchter der vergangenen Jahre im Landkreis Borken in NRW gespült und gemolken. Ebenfalls sehr erfolgreich war Markus Tannheimer aus Buchenberg mit einer Baxter- Tochter mit bestem Euter und über 35 kg Milch, die für 2.800 € in den Großraum München wechselte. Einmal mehr konnte außerdem eine Jungkuh des Zuchtbetriebes Franz Müller aus Agathazell begeistern. Diese leistungsstarke Vintage- Tochter glänzte mit hervorragendem Fundament, breitem, leicht abfallendem Becken und bestem Euter. Sie konnte zum Steigpreis von 2.850 € im Kaufauftrag für einen Kunden aus dem Rhein- Sieg- Kreis in NRW ersteigert werden. An diesem Tag hervorzuheben war die die größte Kollektion von Christoph Wegmann aus Durach, der fünf starke Jungkühe für durchschnittlich über 2.000 € verkaufen konnte.

Nächste Auktion in vier Wochen

Der nächste Markt findet am 13. Januar in Kempten unter dem neuen Veranstalter Prorind wie gewohnt statt. Anmeldungen und Kaufaufträge nehmen wir jederzeit gerne entgegen. Informationen dazu finden Sie jederzeit unter www.allgaeuer-herdebuchgesellschaft.de oder telefonisch unter 0831-522 44 0.

Hochprofessionell und gekonnt präsentierte Lena Guggemos aus Rückholz die zehn Jungrinder im Auktionsring: Hier präsentiert sie das preislich drittplatzierte Jungrind: Die genetisch hornlose Elegance Pp von Hubert Epp aus Bad Grönenbach.

Sie wurde sicherlich nicht zum letzten Mal schaufertig hergerichtet: Zum Tageshöchstpreis von 4.600 € wurdeDynamite Lina aus der bekannten L- Familie der Stockingen Dairy GbR an einen Zuchtbetrieb im Ostallgäu verkauft.

Denz‘ Biver Elaika verbleibt zum Spitzenpreis von 4.500 € bei einem Zuchtbetrieb im südlichen Oberallgäu. Bei ihren hervorragenden Anlagen ist eine erfolgreichen Schaukarriere prognostiziert

Die teuersten Jungrinder des Weihnachtsspecials: von links: Biver Elaika mit Michael Denz, Oberstaufen, Stockingen Dynamite Lena mit Michael Lang und Epp’s David Elegance Pp von Hubert Epp aus Bad Grönenbach.

Mit 3.150 € eine der teuersten Jungkühe des Tages: Die kapitalie Seaman- Tochter von Alois Zeller aus Rubi wird zukünftig in Südtirol gemolken.